Wasserbetten Fragen und Antworten Part 2

Wie angekündigt folgt der zweite Teil unserer Artikelserie im Bereich Fragen und Antworten.

In diesen Teil beantworten wir die gängigsten Fragen zum Thema Wasserbett an sich, sprich Fragen, die einen beschäftigen, wenn man sich ein wenig eingehender mit dem wunderbaren Thema Wasserbett und gesunder Schlaf auseinander setzt.

Wir wollen hier auf folgende Fragen Ihnen genaue Antworten liefern:

Zur Wasserbett-Technik
1. Kann ein Wasserbett in mein vorhandenes Bettgestell eingebaut werden ?
2. Welche unterschiedlichen Arten von Wasserbetten gibt es ?
3. Wie wird die Wellenbewegung im Wasserbett gedämpft ?
4. Kann die Dämpfung der Matratzen nachträglich reguliert werden ?
5. In welchen Größen sind Wasserbetten erhältlich ?
6. Wie schwer ist eigentlich ein Wasserbett ?
7. Enthält der Kunststoff der Wasserbettenfolie Schadstoffe ?
8. Wie funktioniert die Heizung der Wasserbetten ?
9. Wie steht es um Elektrosmog und Stromkosten ?
10. Muss ich das Wasser einmal im Jahr wechseln ?
11. Ist eine spezielle Hausrat-Versicherung für ein Wasserbett notwendig ?


1. Kann ein Wasserbett in mein vorhandenes Bettgestell eingebaut werden ?
Selbstverständlich.
Wasserbetten gibt es in jeder herkömmlichen Größe für nahezu jedes Bettgestell. Dabei werden die Lattenroste gegen einen mitgelieferten Sockelpodest getauscht. Dieser wird im Bettrahmen versenkt. Sollten Wasserbetten frei stehen, achten Sie auf stabile Schaumstoffrahmen. Gerne werden diese mit Holzverstärkung angeboten. Aber Achtung, diese knacken gerne sehr schnell durch. Wichtig ist hier eine gute Relation zwischen Raumhärte und Stauchgrad. Ein anfangs vermeintlich sich hart anfühlender Schaumstoff muss nicht unbedingt lange haltbar und stabil sein.

Beim Einbau in ein Bettgestell sollten Sie auf die entsprechende Größe achten. Haben Sie zu wenig Platz zur Verfügung, entscheiden Sie sich besser für ein XL-/Nullzargensystem, bei dem die Kopf- und Fußzarge deutlich kleiner und schmaler ausfällt als normal. Diese Variante ist jedoch freihstehend nicht auf Dauer nutzbar.


2. Welche unterschiedlichen Arten von Wasserbetten gibt es ?
Es wird unterschieden zwischen Hardside-Wasserbetten und Softside-Wasserbetten. Während die moderneren Softside-Wasserbetten in jeden beliebigen Bettrahmen eingebaut werden können, benötigen Hardside-Wasserbetten einen speziellen Rahmen, der die Wassermatratze seitlich stützt. Dafür bieten Hardside-Systeme Vorteile in der Körperanpassung und in der Haltbarkeit. Haben aber Nachteile in der Pflegeleichtigkeit und dem Ein- bzw. Ausstiegskomfort.


Des weiteren kann man zwischen Uno- und Dualsystemen unterscheiden. Ein Uno-System besteht aus einer einzigen durchgehenden Matratze. Beide Partner müssen also mit der gleichen Dämpfung, der gleichen Füllmenge und der gleichen Temperatur zurechtkommen. Dies bedeutet einen gravierenden Kompromiss im Bereich des Gesunden Schlafens. Wird ein Bett regelmäßig von zwei Personen genutzt bietet sich hier ein Dual-System an, dass über zwei getrennte Matratzen verfügt und in allen Bereichen individuell einstellbar ist. Zudem kann für Jeden die Wassermenge körpergerecht eingestellt werden.


3. Wie wird die Wellenbewegung im Wasserbett gedämpft ?
Sämtliche moderne Wassermatratzen bestehen aus einer Hülle, in der das Wasser durch Vlies-Einlagen gedämpft wird. Das Wasser kann sich also in der Regel nicht ungehindert frei verteilen. Bei Matratzen ohne jegliche Dämpfung spricht man von sogenannten free-flow-Matratzen.
Neueste Methoden sind, Schaumstoffprofile bzw. -zylinder in den Vinylkern mit einzuarbeiten. Dies sind dann allerdings überdämpfte Matratzen, die eine sehr große Assoziation zur herkömmlichen Matratze zeigen und nichts mehr mit dem eingentlichen Wasserbettempfinden zu tun haben.
Wenn Sie noch nie auf einem Wasserbett geschlafen haben, sollten Sie sich für das Probeliegen genügend Zeit nehmen. Bei den Vliesen gibt es große Qualitätsunterschiede. Hier sparen viele Hersteller, um günstige Wasserbetten in den Handel zu bringen. Achten Sie darauf, auf keinen Fall verklebte Vliese in den Matratzen zu haben. Es sollten immer thermisch gebundene Vliese sein. Zudem sollten die Vliese nicht auf Block geschnitten, sondern an den Schnitt des Wasserkernes angepasst sein. Eine Verankerung der Vliese ist ebenfalls empfehlenswert. Keine Sorge, wir haben noch keine Kerne gehabt, wo sich diese Verankerung heraus gerissen hat, ein Argument welches gerne von Herstellern ausgesprochen wird, welche lose frei schwimmende Vliese benutzen.


4. Kann die Dämpfung der Matratzen nachträglich reguliert werden ?
Leider nicht, genau wie bei einer normalen Matratze. Beim Kauf des Wasserbettes haben Sie sich für eine Dämpfung entschieden, die die Matratze ihr Leben lang beibehalten wird. Achten Sie daher auf ein Umtauschrecht zu einer anderen Dämpfung, sollte Ihnen im Nachhinein die Dämpfungstufe nicht gefallen. Der kostenlose Austausch der Matratze vor Ort gehört bei guten Händlern häufig zum Serviceumfang. Nehmen Sie auch lieber eine Stufe die Dämpfung niedriger, als Sie sich es im Moment trauen, die Gewöhnung ist sehr kurz und der Schläfer tendiert mit längerem Liegen zu niedrigerer Dämpfung.

Eine niedrigere Dämpfung bedeutet auch bessere Anpassungsfähigkeit an den Körper. Viele Händler legen Sie gerne in eine höhe Dämpfung, da die Nähe zu Ihrer bisherigen Matratze gegeben ist. Dadurch lässt sich ein Wasserbett leichter verkaufen. Aber verkaufen hat nichts mit beraten zu tun.


5. In welchen Größen sind Wasserbetten erhältlich ?
Wasserbetten können Sie in jeder beliebigen Form und Größe erhalten.
Von z.B. 100 x 200 cm bis zu 240 x 240 cm ist alles ohne Probleme machbar. Sonderdimensionen sind bei einigen Herstellern auch auf Nachfrage möglich.


6. Wie schwer ist eigentlich ein Wasserbett ?
Wasserbetten (als Beispiel 180 x 220 ) wiegen pro Seite rund 250 – 300 kg und werden daher zur Sicherheit und gleichmäßigen Gewichtsverteilung mit speziellen Gewichtsverteilern geliefert. Das Bett kann daher nicht durch eine Wohnungsdecke brechen, wenn die baustatischen Normen für Wohnräume erfüllt werden. Zum Vergleich: Wenn drei Personen auf einem Quadratmeter zusammenstehen, ist die Deckenbelastung höher als bei einem Wasserbett.


7. Enthält der Kunststoff der Wasserbettenfolie Schadstoffe ?
Achten Sie darauf, dass die verwendete Matratzenfolie der EU-Norm EN 71-3 entspricht. Diese Norm ist die diesbezüglich strengste und regelt normalerweise die Zusammensetzung von Kinderspielzeug, z. B. Beißringe aus Weich-PVC für Kleinkinder. Auf einer Matratze, die diesem Standard entspricht, können Sie bedenkenlos schlafen. Viele Wasserbetten erfüllen darüber hinaus noch weitere Normen, so dass sich der Vergleich lohnt. Denn auch bei der Wasserbettenfolie gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede. Alternativ dazu gibt es auch Wasserkerne mit Mesamoll 2.

Hersteller, die keinerlei Siegel/Gutachten etc. auf Ihren Kernen haben kommen gerne mit dem Argument, dass dies nicht notwendig sei und nur Geld koste. Lassen Sie sich nicht für dumm verkaufen. Fragen Sie genau nach, was in den Kernen verarbeitet ist. Sie haben ein Recht darauf.


8. Wie funktioniert die Heizung der Wasserbetten ?
Eine Wasserbett-Heizung besteht aus einer Heizmatte oder aus einem keramischen Heizelement, beide mit Temperaturfühler und einem regelbaren Thermostat. Die Wasserbett-Heizung wird unter die Wassermatratze und unter die Sicherheitsfolie gelegt. Über den Temperaturfühler kontrolliert die Heizung die Temperatur des Bettes und wärmt gegebenenfalls nach. Die Heizung läuft also nicht ständig, vielmehr heizt sie nur zwischen 2 und 5 Stunden pro Tag.
Heizelemente europäischer Hersteller entsprechen sämtlichen gängigen Sicherheitsnormen und sind völlig unbedenklich. Die Magnetfelder der heutigen führenden Heizungen sind so gering, dass eine Nachtabschaltung zu vernachlässigen ist.


9. Wie steht es um Elektrosmog und Stromkosten ?
Die Wasserbettheizung liegt wasserdicht ummantelt unter der Matratzenhülle und wird durch die 20 cm dicke Wasserschicht bestens nach oben abgeschirmt. Nach den gesetzlichen Vorschriften muss das ganze System elektrisch geprüft und geerdet sein. Wenn Sie nachts keinen Strom im Schlafzimmer mögen, können Sie die Heizung nachts auch per Zeitschaltuhr komplett ausschalten. Die Stromkosten betragen ca 70-80 € im Jahr und sind von der Bettgröße, der Wärmeeinstellung und der Wärme im Raum abhängig. Eine Nachtabschaltung sollten Sie allerdings erst angehen, wenn alle anderen elektronischen Geräte aus Ihrem Schlafraum verbannt sind. Und dann sollten Sie eine Komplettabschaltung im Sicherungskasten installieren.


10. Muss ich das Wasser einmal im Jahr wechseln ?
Nein, das eingefüllte Leitungswasser braucht gar nicht gewechselt zu werden. Lediglich einmal im Jahr sollten Sie ein Wasser-Frischhaltemittel einfüllen, den sogenannten Wasserkonditionierer.


11. Ist eine spezielle Hausrat-Versicherung für ein Wasserbett notwendig ?
Üblicherweise sind mögliche Wasserschäden durch Wasserbetten genau wie bei Waschmaschinen, Geschirrspülern oder Aquarien heute mitversichert. Andernfalls wird das Wasserbett auf Anfrage häufig kostenfrei mitversichert. Durch die Sicherheitswanne ist ein Wasseraustritt jedoch extrem unwahrscheinlich. Jedoch gibt es heute immer noch Gesellschaften, die einen Risikozuschlag verlangen. Da sollte man sich dann einmal Gedanken über einen Wechsel machen.


Wir hoffen, dass wir Ihnen hiermit die wichtigsten Ihrer Fragen beantworten konnten. Im nächsten Artikel geht es z.B. um

Haltbarkeit und Garantie
1. Wie lange halten Wasserbetten eigentlich ?
2. Können Wasserbetten auslaufen ?
3. Kann ein Wasserbett beschädigt werden ?


Schauen Sie wieder rein und schlafen Sie Gesund und Gut !